Golfdamen holen historisches EM-Silber
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Golfdamen holen historisches EM-Silber

In ihrem ersten EM-Finale machen Österreichs Golfdamen eine hervorragende Figur und müssen sich der Golfgrossmacht Spanien erst nach hartem Kampf in England geschlagen geben. Auch die ÖGV-Herren erreichen bei ihrer Team-EM in Dänemark mit Platz 6 ihr bestes Ergebnis der Geschichte.

Österreichs Damenteam holt sich bei den European Ladies Amateur Championship im Fulford Golf Club die Silbermedaille. In einem wahren Thriller wackeln die Spanierinnen bereits gehörig, setzen sich schlussendlich aber hauchdünn durch. "Das war unfassbar knapp, sowas hab ich noch nie gesehen. Da war schon eine gehörige Portion Glück für Spanien dabei. Aber so ist es halt. Wir sind total happy mit unserem Auftreten," spart ÖGV-Trainer Ulf Wendling nicht mit Lob für seine Damentruppe.

Team Austria schreibt in diesem Jahr Geschichte in England. Zunächst erreichten die Damen am Mittwoch als 8. nach den Zählspielrunden den letzten Platz im 1. Flight (Plätze 1 bis 8) und liefern einen Tag später die erste Riesensensation, in dem sie die favorisierten Däninnen mit 4 : 3 besiegen. Im Halbfinale entwickelt sich dann wieder eine enge Geschichte, die Österreicherinnen behalten aber gegen Finnland mit 5.5 : 1.5 erneut die Oberhand und ziehen ins Finale gegen Spanien ein.

Dort spielen zunächst am Vormittag Anja Purgauer mit Nina Mühl und Sarah Schober mit Marlies Krenn die beiden Vierer. Allerdings gibt es keine guten Meldungen von den beiden Flights. Anja Purgauer und Nina Mühl müssen sich denkbar knapp mit 1 Auf geschlagen geben. Sarah Schober und Marlies Krenn fighten zwar was das Zeug hält, Natalia Escuriola und Marta Sanz sind an diesem Tag aber eine Nummer zu groß und besiegen die heimischen Ladies mit 5 & 4.

Mit einem Rückstand von 0:2 geht die heimische Abordnung somit in die Einzel am Nachmittag und diese entwickeln sich zu einer, im wahrsten Sinne des Wortes, nervenzerfetzenden Angelegenheit. Fanny Wolte liegt gegen Luna Sobron bereits zurück, kämpft sich aber nicht nur wieder heran, sondern besiegt die Südländerin sogar mit 2 Auf. Der erste Punkt für die Alpenrepublik ist somit eingefahren. Auch Sarah Schober und Anja Purgauer liegen nach 15 gespielten Löchern in Führung, einzig Nina Mühl muss sich mit 2 & 1 ihrer Kontrahentin geschlagen geben, womit sich ein Zwischenstand von 3:3 ergibt. Nadine Dreher liegt gegen Noemi Jimenez nach 17 Löchern mit 1 Auf in Führung. Was sich dann entwickelt kann nur ein Drehbuchautor aus Hollywood geschrieben haben. "Sowas hab ich noch nicht gesehen. Nadine hat ihren Ball super rausgespielt, dann vorgelegt und mit dem Dritten aufs Grün gepitcht. Den ersten Putt hat sie tot ans Loch gelegt, also der nächste war geschenkt. Jimenez verzieht ihren Abschlag voll in den Wald, trifft aber einen Baum und der Ball liegt Mitte Fairway. Den nächsten schlägt sie in den Grünbunker und legt den Ball dann ca. 5 Meter neben der Fahne aufs Grün. Der Putt musste rein, damit es noch ins Stechen geht und der Ball bleibt geschätzte 5 Sekunden an der Lochkante liegen und kippt schlussendlich rein. Am 19. Loch hat die Spanierin dann gewonnen." Mit dem allesentscheidenden 4. Punkt fallen die beiden Partien von Sarah Schober und Anja Purgauer somit nicht mehr ins Gewicht und die beiden jungen Ladies teilen sich die Punkte mit den Gegnerinnen. Damit ergibt sich auch der Endscore von 5:2 für Spanien. Ein Ergebnis, das gut und gerne auch in die andere Richtung hätte kippen können.

Unsere Damen so gut wie noch nie
Die rot-weiß-rote Abordnung darf sich aber trotz der Finalniederlage gegen die Favoritinnen über einen ausgezeichneten 2. Platz freuen. Bisher hatten Österreichs Damen noch keine Medaille erobern können, diesmal fehlte kaum etwas auf den ganz großen Wurf. Besonders bemerkenswert ist der Erfolg, da die beste Spielerin der letzten Jahre, Marina Stütz, heuer den Sprung zu den Profis auf die LPGA Tour wagte. Die routinierten Damen Fanny Wolte, Nina Mühl und Sarah Schober wissen wie man die Dinge am besten angeht. Mit Anja Purgauer, Nadine Dreher und Marlies Krenn hat das österreichische Team noch dazu drei der verbissendsten Kämpferinnen in seinen Reihen.