Schottlands Westküste
Auf den Spuren von Ryder Cup und The Open

Schottlands „andere Küste“ ist immer eine Reise wert, nicht nur wegen des diesjährigen Ryder Cups in Gleneagles.

Schottland ist als Golfdestination natürlich für den legendären „Old Course“ sowie die Region um St. Andrews berühmt. Durch die Eröffnung von Trump International Golf Links, der weltweit für Schlagzeilen sorgte, erlangte auch die Region rund um Aberdeen, nördlich von St. Andrews gelegen, an Beachtung. Ein wenig im Schatten dieser zwei Gegenden befindet sich die „andere Küste“ im Westen, die jedoch mit gutem Recht ebenfalls zu den weltbesten Golfdestinationen gezählt wird. Drei Clubs der Region (Loch Lomond, Royal Troon-Old und Turnberry- Ailsa) scheinen in der Bewertung der 100 besten Golfplätze einer renommierten US-Publikation auf.
Dieses Jahr findet dort zudem auch noch der Ryder Cup statt – Grund genug für eine Reise für das Team von ExtraGolf, welches letzten Sommer im Zuge einer Recherchereise neun Runden Golf in fünf Tagen spielte.

Erster Stopp der Reise war das luxuriöse Gleneagles Resort, dieses Jahr Austragungsort des Ryder Cup und als eines der weltbesten Resorts berühmt. Gleneagles, der „Palace in the Glens“, also der Palast in einem abgelegenen, langen Tal, liegt im Herzen von Schottland und ist dennoch nur jeweils eine Autobahn- Stunde von Edinburgh und Glasgow entfernt. Das Fünf-Sterne Golf und Spa Resorthotel, das sich im französischen Chateu-Stil präsentiert, befindet sich auf einer Fläche von 336 Hektar und feiert im Juni sein 90-jähriges Bestehen. Gleneagles gehört zu „The Leading Hotels of the World“ und ist Gründungsmitglied von „Connoisseurs Scotland“, eine Gruppe von Hotels und Restaurants, die anspruchsvollen Reisenden das ganz besondere Geschmackserlebnis natürlicher schottischer Produkte bieten. Heute verfügt das Haupthaus über 173 Zimmer, darunter 26 Suiten. Braid House, ein zusätzlicher Hotelflügel, wurde nach Baukosten von zehn Millionen Pfund im Dezember 2002 eröffnet. In diesem Flügel befinden sich weitere 59 luxuriöse Zimmer, viele davon mit Balkon. Für das leibliche Wohl stehen mehrere Restaurants zur Auswahl, darunter unter anderem Deseo und The Dormy Clubhouse. Deseo ist ein einem mediterranen Markt nachempfundenes Restaurant, wo Gäste in einem informellen Rahmen eine breite Palette von Speisen genießen können. Besonders hervorzuheben sind die einzigartigen Steaks, wobei Fleisch von verschiedensten Rassen offeriert wird. Dafür gibt es sogar eine eigene Speisekarte mit detaillierten Informationen, wobei man sein Steak so wie sonst Wein oder Whisky auswählt! Das Dormy Clubhouse liegt direkt an den 18 Löchern des King’s und des Queen’s Course und bietet fantastische Ausblicke auf die beiden Golfplätze. Gleneagles verfügt über ein höchst umfangreiches Freizeitprogramm, welches kaum ein anderes Resort bieten kann. Dazu zählen unter anderem Reiten, Polo, Bogenschießen, Hundeschule, Falkenjagd, Fischen und Offroad-Fahren. Die Gleneagles Shooting School wurde vom dreifachen Formel 1-Weltmeister Jackie Stewart gegründet. Das nach modernstem Standard eingerichtete und ausgestattete Spa by ESPA umfasst über zwanzig Behandlungsräume, viele davon mit einem eigenen Badezimmer, ein Vital-Pool mit faseroptischer Beleuchtung, die für erstaunliche Effekte sorgt. Es wird ein breites Spektrum von Behandlungen und Anwendungen angeboten.
Dem Namen des Golfresorts tragen drei außergewöhnliche 18-Loch Kurse Rechnung. Die Kurse King’s und Queen’s teilen sich ein Clubhaus und wurden vom fünfmaligen The Open-Sieger James Braid gestaltet. Beide Plätze verfügen über einen ähnlichen Charakter und befinden sich auf einem hügeligen Grundstück, E-Carts dürfen aufgrund einiger Anstiege nicht verwendet werden. Braid gestaltete abwechslungsreiche und interessante Spielbahnen, beide Plätze haben ein kurzes Par 4, welches mit dem Abschlag (vor allem bei Rückenwind) angegriffen werden kann. Der Queen’s Course ist unter 6.000 Meter lang, der King’s Course ist mit einer Gesamtlänge von fast 6.800 Metern deutlich länger und auch anspruchsvoller.
Fünf Autominuten entfernt liegt der PGA Centenary Course, Gastgeber des Gleneagles Scottish PGA Championship und des Johnnie Walker Championship (ein Turnier der European Tour) sowie dieses Jahr Austragungsort des Ryder Cup. Der „goldene Bär“ Jack Nicklaus gestaltete einen Parcours im amerikanischen Stil, der von zahlreichen Bunkern, ondulierten Grüns und einigen Wasserhindernissen charakterisiert wird.

Der Loch Lomond Golf Club, mehrmaliger Gastgeber des Barclay’s Scottish Open, wurde vom US-Amerikaner Tom Weiskopf gestaltet und zu den berühmtesten Plätzen Schottlands gezählt. Der exklusive Privatclub darf jedoch ausnahmslos nur von Mitgliedern und deren Gästen besucht werden.

An der Küste südwestlich von Glasgow reihen sich mehrere klassische Linkskurse wie Perlen an einer Kette aneinander. „Aushängeschild“ ist dort zweifellos das weltberühmte Trump Turnberry Resort, ein Luxury Collection Resort. Das Fünf-Sterne Hotel wurde erst heuer von Donald Trump übernommen, hat 149 elegante Gästezimmer, sechs Restaurants, Bars und Lounges sowie The Spa at Turnberry. Das große und imposante Hotel wurde 1906 eröffnet, durch seine Lage auf einer Anhöhe mit Blick auf das Meer und die Golfplätze thront es als Wahrzeichen der Region über der Küste und ist schon von Weitem sichtbar. Legendär ist vor allem der Ailsa Course, der in der aktuellen Bewertung von „Golf Magazine“ auf Platz 18 der Welt zu finden ist und der bereits viermal Gastgeber der Open Championship war, letztmals 2009. Von dem historischen „Duel in the sun“ 1977 zwischen Jack Nicklaus und Tom Watson wird selbst heute noch gesprochen. Der klassische Linksplatz ist bei Par 70 rund 6.500 Meter lang, wobei Loch 17 das einzige Par 5 ist. Vor allem die Spielbahnen vier bis elf befinden sich direkt an der Küste und bieten dadurch atemberaubende Ausblicke. Als „Signature Hole“ ist Nummer 9 bekannt, welches von einem ikonischen Leuchtturm im Hintergrund charakterisiert wird. Der Kintyre Championship Golf Course steht im Schatten von Ailsa, ist aber selbst ein toller Golfplatz. Der Linkskurs verfügt ebenfalls über harte Fairways, ondulierte Grüns und tiefe Bunker, ist aber insgesamt etwas leichter zu spielen. „Signature Hole“ ist Nummer 8, ein kurzes Par 4, welches mit dem Abschlag erreicht werden kann – das Grün liegt direkt vor dem Meer und ist vom Abschlag aus nicht zu sehen. 2004 war der Parcours Schauplatz der „Final Qualifying Round“ für das Open Championship. Weiters gibt es den 9-Loch Arran Course sowie die Turnberry Performance Academy mit dem Titleist Performance Institute.

Der legendäre Royal Troon Golf Club (www.royaltroon.co.uk) wurde bereits 1878 gegründet. Der Old Course ist einer von neun aktuellen Austragungsorten der „Open Championship Rota“ (das Turnier wird zwischen diesen neun Clubs alterniert), letztmals war das älteste Major dort 2004 zu Gast. Derzeit nimmt Designer Martin Ebert einige Änderungen im Hinblick auf das nächste Open 2016 vor, die bereits diesen Sommer fertiggestellt sein sollen. Der Linkskurs wird von Dünen, ondulierten Grüns und einer Art „Mondlandschaft“ charakterisiert, jedoch gibt es weniger spektakuläre Meerblicke als in Turnberry. „Signature Hole“ ist Nummer 8, der weltberühmte „Postage Stamp“ (Briefmarke), ein kurzes Par 3 mit einem sehr kleinen Grün. Weiters gibt es den 18-Loch Portland Course und den 9-Loch Par 3 Craigend Course. Neben dem Golfplatz befindet sich das elegante Lochgreen House Hotel (www.lochgreenhouse.com), ein Fünf-Sterne Hotel, welches sich in einem historischen Herrenhaus umgeben von einem großen Garten befindet.

Ein weiterere Parcours, den Touristen unbedingt spielen sollten, ist der Royal Prestwick Golf Club, der als „Geburtsort des Open Champion- ship“ berühmt ist. Prestwick ist einer der ältesten Golfplätze der Welt, 1860 wurde das erste Open Championship dort ausgetragen – insgesamt fanden die ersten elf Auflagen des Turniers auf dem altehrwürdigen Kurs statt. Besonders auf diesem Platz empfehlen wir einen Caddie, da einige Spielbahnen ohne entsprechende Platzkenntnis kaum gespielt werden können. Das einmalige und unorthodoxe Layout wird nämlich von zahlreichen blinden Schlägen charakterisiert. Die wohl bekanntesten Spielbahnen sind Nummer 5, ein langes Par 3 mit dem Namen „Himalayas“ (das Grün ist aufgrund eines Hügels vom Abschlag nicht zu sehen) und Nummer 17 „Alps“, ein langes Par 4, vor dessen Grün ebenfalls ein hoher Hügel überspielt werden muss. Eine Runde auf dem historischen und außergewöhnlichen Platz wird den meisten Gästen lange in Erinnerung bleiben.
Achtung: Der Zutritt zum Clubrestaurant ist nur mit Blazer und Krawatte gestattet!

Der neueste Parcours der Region ist Dundonald Links, im Jahr 2003 eröffnet und Schwesterclub von Loch Lomond. Das Linksdesign stammt aus der Feder des US-Amerikaners Kyle Phillips, hierzulande vor allem für Eichenheim und Kingsbarns bekannt. Der rund 6.300 Meter lange Par 72-Kurs hat das Erscheinungsbild eines Linksplatzes, die anspruchsvollen Spielbahnen werden von hohem Rough und einigen tiefen Bunkern charakterisiert. Western Gailes ist ein weiterer empfehlenswerter Platz (den man von Dundonald aus sogar sehen kann) – wir konnten diesen aus Zeitgründen jedoch leider nicht testen.

ExtraGolf Fazit: Es gibt nicht viele Regionen, die zwei Austragungsorte des „The Open Championship“ und zusätzlich noch einen Ryder Cup- Platz sowie zwei sensationelle Golfresorts (Gleneagles und Turnberry) beheimaten.

Weitere Informationen unter www.visitscotland.com

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