Die vier am häufigsten gestellten Fragen der Saison 2012
Deschmann Kolumne9

Bin ich mit den RocketBallz Hölzern wirklich 17 Yards länger, so wie es die Werbung verspricht?

Durchschnittlich ja – allerdings sollten Sie sich dabei bewusst sein, dass wir im Durchschnitt auch weniger als zwei Beine haben. Im Kleingedruckten steht da sinngemäß: Bessere Spieler gewinnen im Schnitt 17 Yards Länge im Vergleich zu einem unangepassten älteren Modell. TaylorMade hat mit dem höheren Trampolineffekt bei den Fairwayhölzern, der uns demnächst auch in den RocketBladez Eisen erwartet, einen großen Coup gelandet, aber der Großteil der extra Meter steckt hinter einer bessern Anpassung an den Spieler und liegt nicht einfach im Regal zum Mitnehmen. Darüber hinaus hat der Trampolineffekt bei höheren  Schlägerkopfgeschwindigkeiten eine höhere Ausbeute – deshalb auch der Hinweis auf die besseren Spieler.

Werde ich meine neuen Eisen weiter schlagen?

Wenn sie möchten, dann ja. Noch nie hat es Eisen auf dem Markt gegeben, die wir so weit schlagen können wie das, was heute auf dem Markt ist und morgen kommen sogar Schläger auf den Markt, die noch ein Stück länger sind als die Schläger heute. Die Frage, die wir uns dabei aber stellen sollten. Ist es überhaupt sinnvoll unsere Eisen weiter zu schlagen? Ich habe schon viele Spieler gesehen, deren Distanzlücken zwischen dem Pitching-Wedge und dem Sand-Wedge so riesig sind, dass sie da sinnvollerweise zwei Schläger dazwischen haben sollten. Solange es im Golf noch darum geht, wer weniger Schläge braucht, ist es doch vollkommen unwichtig welche Nummer auf dem Eisen der Wahl gestanden hat! Das Entscheidende ist, dass Sie wissen, welchen Schläger Sie wie weit schlagen und dass Sie selbiges möglichst gleichmäßig machen können.

Brauche ich überhaupt ein Fitting, ich bin nämlich noch nicht so gut?

Ich finde es immer wieder erschütternd, wenn ich diese Frage von Spielern bekomme, die schon jahrelang Golf spielen, aber immer noch der Meinung sind, dass gefittete Schläger vor allem für sehr gute Spieler und Profis Sinn machen. Tatsächlich ist es nämlich genau umgekehrt. Der Vorteil eines angepassten Schlägers ist für einen Spieler in den hohen 20er Handicaps und darüber am allergrößten und selbst ein absoluter Einsteiger kann Golf überhaupt nur dann richtig lernen, wenn er oder sie ein an die jeweiligen körperlichen Gegebenheiten angepasstes Set hat. Sollte der Schläger nämlich nicht perfekt zum Körper des Spielers passen, dann sitzt der Schlägerkopf im Treffmoment nicht flach mit der Bodenplatte am Boden auf und die Schlagfläche (die ja nach hinten gekippt ist um den Ball in die Luft zu bringen) zeigt damit nicht gerade zum Ziel, wenn der Schläger square da steht (also mit den Grooves 90° zur Zielrichtung). Wie soll sich da ein richtiger Schwung entwickeln, wenn der Ball in die falsche Richtung fliegt, falls der Spieler alles richtig macht? Mit sehr guter Hand-Augen Koordination kann ein Spieler natürlich den Ball mit einem beliebigen Schläger trotzdem im die richtige Richtung schlagen. Die Korrekturbewegung, die er dazu machen muss, ist allerdings abhängig vom Loft des Schlägers und daher muss man mit einem unangepassten Schläger möglicherweise mit jedem Schläger eine etwas andere Korrektur machen. Ich finde es durchaus schwer genug, einen Schwung gut unter Kontrolle zu haben. Mit jedem Schläger einen anderen Schwung machen zu müssen, will ich mir gar nicht vorstellen.

Komme ich mit einem Eisen mit einer breiteren Sohle schlechter unter den Ball?

Viele Spieler haben die Vorstellung, dass es besonders schwierig ist einen Schläger mit einer breiten Bodenplatte unter den Ball zu bringen. Am weitesten verbreitet ist diese Idee tragischer Weise unter genau der Gruppe von Spielern, die am allermeisten von solchen Konstruktionen profitieren würden, aber lassen Sie mich da ein wenig weiter ausholen. Bei einem Eisen gibt es im Wesentlichen drei Faktoren, die dafür verantwortlich sind, wie hoch wir den Ball damit schlagen werden. Das ist vor allem einmal der Loft des Schlägers, der Dynamische Loft, den wir über den Schaft dazubekommen, weil sich dieser durch unseren Schwung und die Fliehkraft verbiegt, und der Masseschwerpunkt des Schlägerkopfes. Je tiefer und je weiter hinten der Schwerpunkt des Schlägers, desto höher können wir den Ball damit schlagen. Die fixe Idee, dass es schwieriger wäre einen Schläger mit einer breiteren Bodenplatte unter den Ball zu bringen, ist vor allem in der falschen Vorstellung verankert, dass der Schläger überhaupt irgendwie unter den Ball kommen muss um selbigem in die Höhe zu helfen. Tatsächlich sollte ich als Spieler dafür sorgen, dass der Ball nach vorne bewegt wird und dem Schläger die Verantwortung übergeben, den Ball in die Höhe zu bringen. Der Bereich mit dem ein breiter Schläger dann tatsächlich auf dem Boden aufsitzt, ist aufgrund der abgerundeten Bodenplatte nicht größer als bei einem schmalen Schläger.