Fitting bringt nur guten Spielern etwas,...oder?
Deschmann Kolumne16
Fitting bringt nur guten Spielern etwas,...oder?


Danke für’s mitlesen, ich bin nämlich neu hier – weniger, dass ich im Golfgeschäft neu wäre, das mach ich nun schon seit rund 12 Jahren hauptberuflich, aber hier an dieser Stelle, an der Sie mich
soeben lesen, bin ich neu. Mein Name ist Klaus Deschmann, ich passe Schläger für Golfspieler an.

Ja, genau darum geht es! Ihre Schläger sollten zu Ihnen passen (Custom Fitting) und nicht so wie es meistens passiert, Sie zu ihren Schlägern. Denn ganz egal an welchem Ende der golferischen Leistungskurve
Sie sich befinden, jeder weiß: „da geht noch ein bissl mehr!“ Die Frage ist nur, welcher Weg führt zu diesem „bissl mehr“? Nüchtern betrachtet haben sich der R&A und die USGA vor ein paar Jahren
darauf geeinigt, dass der Weitenjagd im Golf Einhalt geboten werden muss. Seit 2008 müssen wir daher mit Limits für Driver an allen Ecken und Enden leben. Heißt das also, dass jeder der sich in den letzten Jahren einen aktuellen Driver gekauft hat auch sein Längenlimit erreicht hat, weil es keine längeren Driver mehr geben wird? Nein, das heißt es nur in den seltensten Fällen. Wenn Sie zum Beispiel in den letzten Jahren das Service für Spieler der European Tour oder der US-PGA Tour genießen konnten, wo professionelle Fitter und Clubmaker dutzende Prototypen mit handverlesenen Schlägerköpfen in den richtigen Spezifikationen für Sie zusammengebaut haben, dann schöpfen Sie wahrscheinlich Ihr Potential bereits voll aus. Falls Sie aber nicht zu dem erlauchten Promillebereich der Golf-Elite gehören, denen jeder Materialwunsch von den Lippen abgelesen wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie durchaus noch Verbesserungspotential in Ihrer Ausrüstung haben, selbst wenn Ihr aktueller Wunderwutzi noch keine 3 Lenze zählt.

Die Regelkörperschaften haben des den Herstellern vor nicht allzu langer Zeit erlaubt, verstellbare Schläger auf den Markt zu bringen. Da selbiges zuvor für den Turnierbetrieb verboten war, gab es bis dahin keinerlei Produktentwicklung in diese Richtung, mit Ausnahme einer Handvoll Schraubsysteme, um es Clubfittern zu ermöglichen mit kleinerem Aufwand unterschiedliche Schäfte zu testen. Keines dieser Systeme war allerdings dazu gedacht die Spieleigenschaften des Schlägerkopfes zu verändern. Nun sind ein paar Jahre ins Land gezogen, die Firmen hatten Zeit genau solche Produkte zu entwickeln und die ursprüngliche Intention des R&A, dem Konsumenten „Tour-ähnliche Fittingmöglichkeiten“ zu bieten, trägt nun die ersten vollkommen reifen Früchte: Die beiden aktuellen Driver-Serien 910 von Titleist und R11 von TaylorMade bieten nämlich im Alltag genau das. Titleist hat einen Schaftadapter entwickelt der es ermöglicht den Loft und den Lie des Schlägers unabhängig voneinander zu verändern. Bei allen bisherigen verstellbaren Modellen, die durchaus ihre Existenzberechtigung hatten, gingen diese beiden Werte stets Hand in Hand. Titleist orientiert sich mit seinen Produkten wie bisher eher am ambitionierten Golfer, aber mit der 910er Serie ist der Firma ein großer Wurf gelungen, der wohl in vielen folgenden Produktgenerationen diverser Firmen ein leises Echo haben wird.

Der TaylorMade R11 sticht aus den 2011er Produkten auf jeden Fall einmal optisch hervor, da er, gemeinsam mit der TaylorMade Burner Serie, heuer ganz in weiß auftritt. Besonders auf den Profitouren wird auf diese Weise gut sichtbar, wie viele Spieler mit TaylorMade Hölzern an den Start gehen, auch wenn sie bei ganz anderen Markten unter Vertrag stehen. Vom Fitting-Aspekt besticht der TaylorMade R11 vor allem durch seine verstellbare Bodenplatte, die es erlaubt, dem Schläger eine unterschiedliche Schlagflächenausrichtung zu geben. Mit dem bereits in der 2. Generation befindlichen Schaftadapter wird der Loft des Schlägers verstellt. Nominell ergibt sich dadurch sogar noch eine stärkere Verstellbarkeit als beim Titleist 910er.

Nun ist es so weit: Wenn Sie ein einigermaßen gleichmäßiges Trefferbild und eine wiederholbare Flugkurve haben, dann kann ich Ihnen einen Driver der aktuellen Generation besser an den Leib schneidern als jemals zuvor. Wie? Sie haben kein „gleichmäßiges Trefferbild“ und wiederholbar ist nur, dass Ihre Bälle eine Kurve machen, aber von Flug kann da keine Rede sein? Nun, wenn Sie dann der Meinung sind, Sie wären noch nicht so weit ein Custom Clubfitting über sich ergehen zu lassen oder das wäre ohnehin nur was für bessere Spieler, dann lassen Sie sich einmal folgendes Beispiel auf der Zunge zergehen: Sie stehen in einem sehr gut sortierten Laufschuh-Fachgeschäft, jeder erdenkliche Laufschuh ist vorhanden, egal ob Überpronation oder Supination, alles was Sie möglicherweise brauchen könnten ist da – allerdings nur in Größe 43 für Männer und 38 für Frauen. Unterschiedliche Weiten der Schuhe? Nein leider, nur Standardweite, aber sehen Sie doch wie viele Modelle es gibt! Sie erkennen den Fehler? Natürlich. Jeder Spieler ist unterschiedlich groß, hat unterschiedlich lange Arme, unterschiedlich große Hände und so weiter. Wie soll für all diese Spieler immer derselbe Schläger der Richtige sein? Trotzdem sehen viele große Golfgeschäfte genau so aus. Alles Erdenkliche ist in einer Standardspezifikation vorhanden.

Ein guter Custom Clubfitter wird Ihnen dabei helfen den passenden Schläger in den richtigen Spezifikationen zu finden und angepasste Schläger kosten auch nicht mehr als das Standardprodukt. Einzig ein
wenig Geduld müssen Sie für das beste Set aufbringen, das Sie jemals gehabt haben. Die Schläger müssen ja erst noch nach Ihren Spezifikationen produziert werden – aber auch diese Wartezeit hat bald ein Ende und Sie haben die Gewissheit, dass mit jedem Schlag den Sie mit den passenden Schlägern machen, Ihre Sicherheit und Konstanz steigt und damit auch Ihre Leistungen näher an Ihr Potential herangeführt werden.