2014 - das Jahr der Golfschläger-Evolution
Deschmann Kolumne4
2014 - das Jahr der Golfschläger-Evolution


Warum ich der Meinung bin, dass heuer nichts Revolutionäres auf den Markt kommt, sondern die großartigen Neuerungen der letzten beiden Jahre verbessert wurden, fragen Sie? Nun, schauen wir uns die Technologie in den Golfschlägern einmal pro Schlägerkategorie etwas näher an und wir werden sehen, warum das Jahr der Evolution großartige neue Produkte bringt, die für alle Spieler interessant sein sollten, die noch nicht am aktuellsten Stand der Technik sind.

Driver

Die größte Revolution bei den Drivern war der inzwischen limitierte Trampolineffekt. Alle Hersteller versuchen derzeit mit unterschiedlichen Mitteln, das perfekte Rezept für hohen Launch und wenig Spin zu finden, um Sie noch länger zu machen. Da wird mit der Position des Masseschwerpunkts experimentiert – für den einen Hersteller ist das Geheimnis des Erfolges, den Schwerpunkt möglichst weit nach hinten zu bringen – der nächste meint wiederum, den Heiligen Gral gefunden zu haben, indem der Schwerpunkt besonders weit nach vorne wandert. Einigkeit herrscht lediglich darüber, dass es für sehr viele Spieler von Vorteil ist, den Schwerpunkt besonders weit nach unten zu verlagern. Meiner Meinung nach gibt es kein Patentrezept, das für jeden das Beste ist, da das sehr stark vom Schwung und der Schlägerkopfgeschwindigkeit abhängt. Tatsächlich haben sich aber so gut wie alle Modelle bei der Performance von schlechteren Treffern wesentlich verbessert. Wer also noch mit einem Driver unterwegs ist, der schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, der bekommt mit den 2014er Modellen selbst dann ein paar zusätzliche Meter im Durchschnitt, wenn der eigene Driver bereits optimal konfiguriert ist. Für mich stechen heuer besonders die Modelle von Taylor-
Made, Callaway und Ping hervor. TaylorMade ist seit Jahren der Technologieführer bei den Hölzern und hat mit dem SLDR und JetSpeed ein tolles Lineup, Callaway hat die Big Bertha wiederbelebt und Ping hat mit dem i25 einen würdigen Nachfolger des vor einigen Jahren extrem beliebten Rapture V2 gebaut. Cobra verbessert seine Cell Serie mit dem BiO Cell Driver und bleit weiterhin freundlich bunt.

Fairwayhölzer und Hybrids

Anders als bei den Drivern, ist der maximal erlaubte Trampolineffekt bei den Fairwayhölzern und Hybrids ein relatives Novum. Erst seit zwei Saisonen gibt es Produkte, die hier ganz ans Limit gehen. Wer hier noch nicht auf dem Stand der Technik ist, schenkt auf jeden Fall Performance bei den längsten Schlägen vom Boden her. Mehr Gesamtdistanz, mehr Carrydistanz, höhere lange Schläge ins Grün. Bei den Fairwayhölzern ist für fast jeden Golfer ein Update auf die neueste Generation wertvoll! Bei den Hybrids auf jeden Fall auch, allerdings muss man hier auf die richtige Kombination mit den Eisen achten, damit die Distanzabstände nicht zu groß werden! Besonders erwähnenswerte Fairwayhölzer sind hier ähnlich wie bei den Drivern TaylorMade SLDR und JetSpeed, Callaway Big Bertha und X2Hot, Ping mit dem „Fairway-Driver“ Rapture und dem i25. Zusätzlich auch noch die ebenfalls verstellbaren Modelle von Wilson und Cobra

Eisen

TaylorMade rechnet damit, dass die fehlerverzeihenden Modelle so gut wie aller Hersteller innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Variante der Speedpocket implementieren werden. Derzeit ist diese letzte große Innovation nur in den Eisen der Adidas Tochter verfügbar und sorgt dort dafür, dass alle dünn getroffenen Schläge trotzdem fast die gleiche Distanz überwinden wie perfekte Treffer. Dieses Feature ist nicht nur in den Speedblades verfügbar, sondern auch in der neuen Tour Preferred Serie. Auf dem Sektor der „Players-Clubs“ hat Titleist mit dem AP2 ein weiterhin ganz heißes Eisen im Feuer. In der aktuellsten Iteration 714 sind die Wolframgewichte noch einmal weiter nach außen gewandert und machen die aktuellen AP2 noch einmal stabiler, ohne den Schlägerkopf größer zu machen. Callaway läßt den Namen APEX der vor ein paar Jahren erworbenen Marke Hogan wieder aufleben und Ping bringt den i25 und S55. Mizuno hat sein gesamtes Eisenportfolie bereits im Herbst auf den neuesten Stand gebracht und die Traditions-Eisenmarke bietet auch weiterhin hervorragendes aus der eigenen Schmiede. Technische Neuerungen bei klassischen, geschmiedeten Schlägern halten sich allerdings in sehr überschaubaren Grenzen und finden deshalb hier keine nähere Erwähnung.

Wedges

Bob Vokey, der Großmeister der Wedges, bringt aus seinem Titleist Wedge Studio die neue, Tourspieler inspirierte, SM5 Serie. Kein anderer arbeitet so intensiv und so nahe mit dem Tourpros zusammen wie der alte Bob und aus dieser Zusammenarbeit entstehen immer wieder ausgezeichnete Wedges für Spieler mit den höchsten Ansprüchen. 21 verschiedene Loft/Bounce Kombinationen zwischen 46° und 62° (in 2° Schritten) sollten keine Wünsche offen lassen, zumal es jeden Kopf auch noch in unterschiedlichen Finishes gibt. TaylorMade bringt eine neue Serie Tour Preferred Wedges als Nachfolger der ATV Serie mit unterschiedlichen Grinds und für Callaway hat Roger Cleveland die neuen Mack Daddy 2 Wedges geschmiedet. Wilson bringt mit den neuen FG Tour ebenfalls ein solides neues Wedge in vielen unterschiedlichen Optionen. Probieren Sie die neuen Modelle auf jeden Fall aus. In den letzten 3-4 Jahren hat es so viele innovative Ideen gegeben, dass Sie überrascht sein werden, was ein 2014er Modell alles besser kann, als der Schläger, der in Ihrem Bag steckt!