Was bringt das Golfausrüstungs-Jahr 2013?
Deschmann Kolumne8

Orlando PGA Show 2013 – wie die Besucher an allen Ecken und Enden feststellen konnten, wird 2013 das Jahr der Farbe. TaylorMade, Callaway und vor allem Cobra haben die Farbtöpfe für sich entdeckt und greifen in unterschiedlichen Ausprägungen zu. Für die überzeugten Traditionalisten ist bei Titleist und Ping weiterhin schwarz das neue schwarz. Die einfache Verbreitung von Bildern im Internet macht es den Herstellern inzwischen praktisch unmöglich auf irgendwelchen Großveranstaltungen Neuigkeiten zu zeigen, die nicht jeder interessierte Teilnehmer schon vielfach auf Bildern gesehen hat. Wie ich aber heuer mehrfach feststellen konnte, ist die Wahrnehmung bei einem Schläger, den man in der Hand hat, doch eine vollkommen andere, als auf einem Bild. Einige Fotos entlockten mir, entgegen aller guten Vorsätze weniger Verallgemeinerungen zu verwenden, ein „Um Gottes Willen, was haben “Die“ sich denn dabei gedacht?“ – nur um dann alles wieder zu revidieren sobald ich den Schläger in der Hand hatte.

Cobra ist wohl am tiefsten in den Farbtopf gefallen und bietet heuer die neue AMP Cell Hölzer Serie in insgesamt 7 verschiedenen Farben an – abgesehen von der Farbvielfalt ist das ein großartiges Produkt geworden und auf die richtigen Möglichkeiten die gesamte Produktpalette an den Spieler anzupassen wurde nicht vergessen. Nach dem Kauf der Marke Cobra durch „den anderen Dassler“ PUMA sieht es nun so aus als wäre der Turnschuh-Gigant gut am Golf-Markt angekommen.

Callaway erhält in meinem imaginären Viel-Farben-Wettbewerb eine lobende Erwähnung, da es hier Farb-Vielfalt gibt wie bei keinem anderen, denn hier sind beim Razr Fit Extreme sogar unterschiedliche Farben auf einem Schlägerkopf (Ober/Unterseite) möglich. Standardmäßig im Handel findet man allerdings die konventionelle Farbgestaltung.

TaylorMade hat mit den weißen Schlägerköpfen schon vor Jahren den Nagel auf den Kopf getroffen – und nun wird der Kopf nicht mehr einfarbig weiß, sondern wird bei R1 und RocketBallz Stage 2 durch zusätzliche Grafik unterstützt, die beim richtigen Ausrichten des Schlägers helfen sollen. Martin Kaymer ist bekannt dafür ein echter Traditionalist bei Golfschlägern zu sein und die TaylorMade Tour-Abteilung hatte nicht ganz unbegründet die Befürchtung, dass Kaymer das neue Produkt nicht spielen möchte und damit sehr wertvolle TV-Präsenz verloren gehen könnte. Unberechtigt wie sich beim ersten Kontakt zwischen Kaymer und dem R1 herausstellte – Martin war begeistert ob der Tatsache, dass die neue Grafik den Schlägerkopf ein wenig kleiner erscheinen lässt und die Ausrichtung des Schlägers vereinfacht.

Die Turnschuhgöttin Nike hat sich heuer dazu entschlossen endgültig das bekannteste Markenzeichen der Welt – den Swoosh – auf den Hölzern ordentlich in Szene zu setzen. Bisher konnte man den Haken bei Nikes Produkten nicht aus der Ferne sehen (nein, so hab ich das nicht gemeint). Nun wird der Swoosh innen auf der Krone platziert und ich finde das sieht auf dem dunkelroten, metallic Schlägerkopf großartig aus. Mit der neuen Hölzer Serie „Covert“ haben die Phil Knight Jünger jedenfalls sehr viel richtig gemacht.

Titleist und Ping haben die Teilnahme an dem Farb-Spiel scheinbar verweigert und bringen weiterhin großartige Produkte in Schwarz auf den Markt. Bei Titleist steht vor allem die neue 913er Hölzer Serie im Mittelpunkt und Ping hat mit der G25 Serie nun ein weiteres Modell mit verstellbaren Spezifikationen an vorderster Front.

Im Großen und Ganzen kann man der Golf-Industrie attestieren, dass Sie gute Produkte auf den Markt bringt (und schon wieder eine Verallgemeinerung). Mir ist kein namhafter, internationaler Konzern präsent, der tatsächlich schlechte Schläger im Programm hat. Ein paar neue Produkte stechen allerdings tatsächlich positiv hervor. Ich finde auf dem Sektor Driver den TaylorMade R1 und die Titleist 913 Serie besonders erwähnenswert. Der TaylorMade R1 hebt Verstellbarkeit auf ein neues Niveau. Ein und derselbe Schlägerkopf kann zwischen 8° und 12° Loft verstellt werden und darüber hinaus gibt es in jeder Loft Position noch 7 verschiedene Face Angles und 2 verschiedene Gewichtungen bei trotzdem großartiger Fehlerverzeihung. Die Titleist 913er Serie hat die ausgezeichnete 910er Serie nochmal verbessert. Durch 2 unterschiedliche Modelle in Lofts von 7,5° bis 12° (effektiv 6,75° bis 13,5°) und einer tollen Auswahl an Standardschäften ist der 913er wohl für jeden ernsthaften Golfer auf der Short List der besten Driver auf dem Markt.

Bei den Neuigkeiten auf dem Eisen Markt gibt es für mich heuer ein Produkt, das eine besondere Erwähnung verdient hat. Die TaylorMade RocketBladez. Durch den Speed-Slot hat der untere Teil der Schlagfläche nun unverhältnismäßig mehr Trampolineffekt und die Distanzkontrolle wird dadurch deutlich verbessert, da schlechtere Treffer nun fast so lang werden wie gute. Das hat die RocketBladez in der Tour Variante (etwas kleinerer Schlägerkopf und weniger Offset) auch zum ersten Distanz-Eisen gemacht, das in größerer Stückzahl auf der Tour gespielt wird.