Putter-Fitting
Deschmann Kolumne12
Putter-Fitting - Der wichtigste Schläger im Bag

Sie als Golfer verwenden Ihren Putter öfter als jeden anderen Schläger in Ihrem Bag. Trotzdem erhält das Putter-Fitting nur selten die Aufmerksamkeit, das es erhalten sollte. Durchschnittlich 43% aller
Schläge führen Sie mit dem Putter aus und trotzdem werden die meisten Putter einfach nur nach dem Aussehen gekauft und auf die 4 entscheidenden Fitting-Elemente, die Ihr Score um ein paar Schläge
reduzieren könnten, wenn sie richtig angepasst sind, wird kaum Augenmerk gelegt.

Zugegeben, wenn Sie optisch mit ihrem Putter nicht zufrieden sind, dann werden sie kaum das passende Selbstvertrauen entwickeln – falls aber andererseits der Putter nicht die richtige Griffstärke, Länge, Loft, Lie und Gewichts-Balance für Ihre Maße und Art zu putten hat, dann gibt es wenig Chancen, dass Sie ein paar Schläge einsparen werden. Wenn Sie sich vorstellen, wie unterschiedlich die Größen,
Armlängen und Putting-Setups verschiedener Spieler sind, dann ist es natürlich logisch, dass die Länge des Putters individuell angepasst werden muss, um einen geschmeidigen Stroke mit dem Putter zu ermöglichen. Verkrampft angezogene aber auch übermäßig ausgestreckte verhindern eine solche Bewegung erfolgreich und tragen damit nicht zu gleichmäßigen Putts bei.

Der Loft des Putters muss an die Position der Hände im Treffmoment angepasst werden, um zu gewährleisten, dass der Ball schnell ins Rollen kommt. Falls Ihr Schaft im Treffmoment aus irgendeinem Grund nach vorne geneigt ist, brauchen Sie möglicherweise mehr Loft. Treffen Sie den Ball mit den Händen im Impact hinter dem Schlägerkopf und demnach mit einem nach hinten geneigten Schaft, weil Sie möglicherweise den Ball im Stand sehr weit vorne haben, dann brauchen Sie möglicherweise weniger Loft. Nachdem auch Putter einen Loft haben, bedeutet das, dass der Lie Winkel ein gewisses Maß an Auswirkung auf die Ausrichtung der Schlagfläche hat. Wenn die Vorderkante des Putters im Treffmoment nicht parallel zum Boden ist, dann zeigt Ihre Schlagfläche in eine andere Richtung als die gedachte Ziellinie. Für Gleichmäßigkeit und Wiederholbarkeit ist es also notwendig, dass der Liewinkel des Putters perfekt angepasst ist.

Die Gewichts-Balance des Putters ist für jeden Spieler entscheidend, um die Wiederholbarkeit des Putt-Strokes hoch zu halten. Einer der interessantesten Trends im Putterfitting, wie er in den GolfRange Fitting-Stations schon seit einigen Jahren praktiziert wird, ist das Counterweighting. Dabei wird ein Gegengewicht von bis zu 150g in dem Schaft platziert um dem Spieler einerseits mehr Widerstand gegen die Bewegung und damit mehr Distanzgefühl zu vermitteln. Wenn in der Bewegung ein größerer Unterschied zwischen einem 5m und 6m Putt notwendig ist, wird es auch einfacher, dies wiederholbar zu leisten.

Der aktuellste Trend auf den Touren dieser Welt ist hin zu längeren Puttern, die an irgendwelchen Körperstellen fixiert werden. Früher ist diese Art des Puttens eher für yippende Randgruppen gedacht gewesen (Yips … Eine Bewegungsstörung, die sich besonders im Putten bemerkbar macht). Heute sieht man immer mehr Spieler, die schon mit überlangen Puttern aufgewachsen sind und nie einen  konventionellen Putter gespielt haben. Der eigentliche Sinn des langen Putters, egal ob er nun als „Belly-Putter“ irgendwo in der Bauch-Gegend fixiert wird, oder als „Broom-Stick“ bis knapp unter das Kinn geht, ist zu verhindern, dass der Griff übermäßig nach vorne gedrückt oder zurückgehalten wird. Mit dem Fixierungspunkt am Körper hat man einen Ankerpunkt um den der Schlägerkopf rotiert und extreme Handgelenksbewegungen werden dadurch unmöglich. Für viele Spieler, die mit einem konventionellen Putter nur sehr schlecht zu Recht kommen, ist der überlange Putter daher ein legitimes Mittel, um die eigenen Möglichkeiten so gut wie möglich auszuschöpfen. Der Fitting-Aspekt ist beim langen Putter noch entscheidender. Wenn die Länge nicht exakt auf den Spieler abgestimmt ist, stimmt weder der Radius des Putters, noch kann die richtige Ballposition eingenommen werden. War schon beim konventionellen Putter die Länge von großer Bedeutung, so ist sie hier alles entscheidend.

Wenn Sie ihr Spiel ernst nehmen, dann sollten Sie einen gefitteten Putter haben. Das bedeutet nicht, dass Sie unbedingt einen anderen Putter brauchen. In vielen Fällen kann man auch ihren bestehenden
Putter auf die passenden Spezifikationen anpassen. Machen Sie sich mit dem Putter-Experten Ihres Vertrauens einen Termin aus und sehen Sie, wie sehr er Ihr Spiel verbessern kann.