Set-Zusammenstellung

Schauen wir einmal in Dein Bag

Eine Anleitung zur Eigendiagnose von Fehlern in der Set-Zusammenstellung

Eine vernünftige Set-Zusammenstellung beinhaltet, von lang nach kurz, folgendes: Einen primären Schläger vom Tee. Das ist für die meisten Spieler ein passender Driver, der einen Ballflug produziert, der hoch genug ist, damit die Bälle zuerst weit fliegen und flach genug, damit die Bälle trotzdem weit rollen. Einen primären Distanz-Gewinn-Schläger vom Boden. Meist ein Fairwayholz – hier gilt dasselbe wie für den Driver. Hoch genug um zuerst weit zu fliegen und flach genug, um danach weit zu rollen. Nach meinen Erfahrungen entscheiden sich 90% der Golfer bei eigenen Tests (z.B. an einem Demotag) für den falschen Loft bei zumindest einem dieser beiden Schläger. Typische Folgeerscheinungen sind u.a. dass beide Schläger vom Tee annähernd gleich weit sind oder dass das Fairwayholz besonders  gut  aus  leichten  Semi-Rough-Lagen  funktioniert, aber nicht vom Fairway.

Alle weiteren Schläger, egal ob weitere Fairwayhölzer, Hybrids oder Eisen, sollten einen Ballflug produzieren, der hoch genug  ist,  damit  die  Bälle  einen  so  steilen  Eintreffwinkel zurück in den Boden haben, um möglichst wenig Roll zu produzieren. Wir wollen mit diesen Schlägern gezielt irgendwo hin schlagen können. Auf dem allergrößten Teil unserer Golfplätze  bedeutet  das  über  ein  etwaiges  Hindernis  vor  dem Grün  zu  Schlagen  und  dann  den  Ball  schnell  zu  stoppen. Typische Fehler sind hier, dass der Ballflug zu flach ist um schnell zu stoppen, dass mehrere Schläger die gleiche Distanz produzieren  oder  dass  die  Distanzunterschiede  zu  gering oder zu groß sind. Ich finde in fast jedem selbst zusammengestellten Bag mindestens einen überflüssigen oder falschen Schläger.

Jeder Spieler sollte zumindest einen, oder je nach Anlage des eigenen Spiels, mehrere echte Kurzspiel-Schläger haben. Ab dem Schläger, mit dem man öfter Spezialschläge als normale Schwünge macht, bei mir ist das mein Gap-Wedge, sollte man von der normalen Eisen-Konstruktion auf eine Spezial-Wedge-Konstruktion  wechseln.  Ausnahmen  stellen  Spieler mit sehr niedrigen Schlägerkopfgeschwindigkeiten dar. Die passende Zusammenstellung der Wedges hängt in diesem Fall von Ihren Präferenzen ab. Als Faustregel für die kurzen Schläger  gilt,  Loft-Abstände  nicht  kleiner  als  4°  und  nicht größer als 6°.

Wer sich heute ein Set-Zusammenstellung von der Stange kauft, der läuft definitiv Gefahr, dabei einen oder mehrere Schläger zu erwerben, die er/sie gar nicht erst hätte nehmen sollen, dafür fehlt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Schläger an einer anderen Stelle. Solche Fehl käufe lassen sich problemlos im Vorfeld vermeiden und Sie sparen damit Geld. Falls es allerdings schon passiert ist, dann lässt sich das Ganze mit moderatem Aufwand auch nachträglich beheben,  indem  wir  einzelne  unpassende  Schläger  durch besser  passende  ersetzen,  ergänzen  oder  einfach  nur  entfernen.

Jordan Spieth’s
Set-Zusammenstellung des US-Masters und US-Open Champion 2015

Driver: Titleist 915 D2 (9,5 Grad)

Fairway Wood: Titleist 915F (15 Grad)

Eisen: Titleist 712U (Eisen 3), Titleist 714 AP2 (Eisen 4-9)

Wedges: Titleist Vokey Design SM5 (46, 52, 56 und 60 Grad)

Putter: Scotty Cameron for Titleist 009 Prototyp