Kleinode
NK83918
Ernst Porkristl - Redakteur ExtraGolf & Reisen

Aufreger, auch Amüsantes sowie schöne Geschichten vom Abschlag bis zum Grün, bis ins Loch und weit darüber hinaus.

Das Land des Lächelns oder Ein Loblied auf die Freundlichkeit

Reisen bildet. Hier auch verstanden als: es bildet um; es kann den Reisenden verändern. Der Verfasser dieser Zeilen ist – kann man glauben: er war? – ein griesgrämiger Mensch, ein Spiegelbild unserer Leidensgenossen morgens um 7 in der U-Bahn, abgeklärt infolge unserer manchmal allzu harten Arbeitswelt, eine Reflexion hiesiger grauer Wintertage. – Filipinos abseits der Großstädte und abseits der touristischen Hot Spots lehrten ihn Lachen, Lächeln und freundlich sein. Dafür mussten sie nichts extra tun, denn sie sind, so nahm er es wahr, ohne Falsch freundlich. Sie nehmen dich mit einem Lächeln in Empfang. Ob dicht gedrängt stehend in einem Überland-Bus, ob auf dem Motorrad in luftiger Fahrt vorbei an Bauern in ihren ach so grünen Reisfeldern oder durch die Dörfer, allerorten, vom Kleinkind bis zur Greisin: sie winken einem zu, freuen sich, zeigen dies mit einem offenen, freundlichen Gesicht, führt man mit ihnen ein Gespräch, wird weiter gelacht. Herrlich! Unter Individualreisenden gelten die Philippinen als das neue Thailand. (Einschränkung: Der Golfer als Golfer wird weiterhin Thailand den Vorzug geben.)

Vorsätze für das neue Golfjahr oder Ein moralischer Impetus

Als da wären die altbekannten Vorsätze: mehr Trainieren, mehr Spielen, mehr Turniere Spielen und vielleicht das ersehnte Single-Handicap schaffen. Wie wäre es zusätzlich mit einem uns selbst befreienden Vorhaben? Nämlich, mit mehr Gelassenheit, mit mehr Freude spielen. Und dann:

• Nicht mehr die Geduld verlieren oder sich ärgern, wenn ein Spieler im Flight vor einem vermutlich meint, er spiele das US Masters, es gehe um Millionen, mithin unendlich lange braucht, bevor er seinen Meter-Putt, ja doch, versemmmelt, beträchtlich am Loch vorbeischiebt.
• Nicht einmal daran denken, den Ball aus dem nachfolgenden Flight, der einem soeben vor die Füße kollerte, einfach aufzuheben, einzustecken oder gar wütend zurückzuschießen, auf dass er den unverschämten Drängler, der wahrscheinlich meint Étiquette sei ein Dorf in den Pyrenäen, ja, sei’s drum – so lang wie der, bin ich schon lange! –, ein bisserl träfe.
• Nicht einmal in Erwägung ziehen, den nächsten Schlag unauffällig mit einem Leder Wedge (Darunter wird in einschlägigen Kreisen eine vormals ausschließlich lederne Fußbekleidung verstanden. Heute ist das Material von untergeordneter Bedeutung, solange nur der Ball nach Einsatz des Gerätes nicht mehr so unglaublich unglücklich liegt.) auszuführen.
• Alle Schläge, nicht nur die genialen, die guten und die mittelguten, also wirklich alle Schläge, sogar die Strafschläge zählen und notieren.

Ich wünsche uns eine gute Saison und ein schönes Spiel.