Der wohl passionierteste Golfer der Welt
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Bob Fagan ist der "Tiger Woods der Golf Nuts"

Ich halte mich selbst für einen „passionierten Golfer“ (viele bezeichnen mich hingegen sogar eher als obsessiv oder fanatisch) – nun muss ich jedoch nochmals überdenken, ob meine Passion auch weit
genug reicht. Auf einer Reise nach Thailand lernte ich dieses Jahr den legendären US-Amerikaner Bob Fagan kennen, der als „Golf Nut of the Year“ geehrte wurde (dieser Preis wurde jährlich von der Golf Nuts Society an den „verrücktesten“ Golfer verliehen). „Ron Garland, Gründer der Golf Nuts Society, nannte mich den »Tiger Woods der Golf Nuts, der Rekorde aufstellte, die nie mehr gebrochen werden«. Als ich 2003 Golf Nut of the Year wurde, hatte ich über 180.000 Lifetime-Punkte, der Zweitplatzierte hatte nicht einmal 100.000! Da es das Ranking in dieser Form nicht mehr gibt, kann mich auch keiner mehr schlagen“, erzählte er mir stolz.

Fagan hat zahllose „Leistungen“ vollbracht, die ich bewundere und die teilweise auch einzigartig scheinen. Da der Platz an dieser Stelle nicht ausreicht, um alle aufzuführen, möchte ich hier nur einige Höhepunkte anführen.

• „Ich bin der einzige Golfer, der die Top 200 in den USA des amerikanischen Magazins Golfweek gespielt hat“, erklärt Fagan stolz. Vor allem darum beneide ich ihn, da ich ja selbst schon seit Jahren auf
der „Mission“ bin, die besten Kurse der USA zu spielen. Zudem ist Fagan einer der „Rater“ dieser Publikation.

• Insgesamt hat er über 2.400 Kurse in den USA gespielt und sämtliche Scorekarten gesammelt. Seine Buchsammlung umfasst rund 3.000 Bücher – „ich sehe mich nicht als Sammler, ich lese nur gerne“, relativiert Fagan nüchtern.

• Auf einer Neuseelandreise spielte er 40 Runden in 18 Tagen. Er spielte zwei Runden in Neuseeland und weitere zwei Runden in Kalifornien am selben Tag. Bei einer Reise nach Michigan spielte er 26 Plätze in fünfeinhalb Tagen und fuhr dabei auch noch über 2.100 Kilometer mit dem Auto.

• Spielte bei 100 km/h Wind und Regen am Morgen vor seiner Hochzeit. Seine Gruppe war die einzige auf dem Platz und die Regenschirme wurden (vom Sturm) zerstört.

• Er spielte 18-Loch bei gefühlten -37° Celsius (gemessene -20°) und brach Par.

• Er spielte sechs Runden an einem Tag in Palm Springs bei 45° Celsius, drei Runden davon zu Fuß (auf der letzten Runde gab es zudem kein Wasser). „Beim zweiten Mal, als ich dort sechs Runden an einem Tag spielte, hatte es 51° Celsius. Da ging ich auch nicht zu Fuß, sondern fuhr alle Runden mit dem Golfcart“, berichtet Fagan.

• Fagan nahm eine sechsstellige Gehaltskürzung seines Jahreseinkommens in Kauf, nur um bei einer Fluglinie zu arbeiten, damit er gratis fliegen konnte. Er machte über 70 Golftrips innerhalb von 30 Monaten.

• Flog von San Francisco nach New York um eine Runde Golf zu spielen und flog anschließend wieder zurück.

• Spielte 9 Löcher bei 135 km/h Wind (Böen erreichten über 160 km/h).

• Nach einer Golfrunde in Yale kam er in einen Stau und versäumte die Fähre zum [elitären Privatclub] Fishers Island. Deshalb charterte er kurzerhand ein Flugzeug, um seine Tee-Time nicht zu versäumen.

• Er gab mehr Geld für Golf aus, als er im selben Jahr verdiente. Auf meine Frage, wie viel er ausgab, meinte er nur: „Ich habe nicht sehr viel eingenommen!“

Hier nun die meiner Meinung nach beeindruckendste Leistung: Fagan fuhr von Williams, Arizona ohne Übernachtung nach Philadelphia (Distanz rund 3.685 Kilometer), um Pine Valley [allgemein als bester Golfkurs der Welt bekannt] zu spielen. „Die Runde in Pine Valley musste jedoch wegen Schnee abgesagt werden“, erzählt Fagan mit einem Lächeln. „Über das ganze Jahr gesehen habe ich nie sehr viel Golf gespielt. Mich interessiert es vor allem, neue Golfplätze zu spielen. Auf meinen Golftrips habe ich sehr viel gespielt, aber wenn ich zuhause bin, spiele ich nur wenig“, erklärt Fagan.

Auch für meine Golfreisen (wo ich im Schnitt mehr als eine 18-Loch Runde pro Tag spiele) gab mir Bob einen wertvollen Tip: „Du musst von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang spielen und nur bei  Dunkelheit größere Strecken mit dem Auto absolvieren. So kannst Du möglichst viel Golf spielen!“

Ich freue mich, ein Freund von Bob Fagan zu sein und bald wieder Golf mit ihm zu spielen. Bob kann definitiv als mein „Idol“ bezeichnet werden – jedoch muss ich schon jetzt (nicht ganz neidlos) anerkennen,
dass ich wohl an keinen einzigen seiner „Rekorde“ auch nur annähernd herankommen werde.
Keep it in the short grass