Meine Meinung zu zwei aktuellen und brisanten Themen
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Zwei aktuelle Themen, die gleichermaßen die Gemüter erhitzen und regelmäßig für Gesprächsstoff sorgen, sind derzeit Distanzmessgeräte und lange Putter. Vor allem Traditionalisten fordern ein Verbot davon, während
sich jedoch auf der Seite der Befürworter bereits „Fans“ dieser beliebten Gegenstände befinden. Ich möchte an dieser Stelle auf die entsprechenden pros und contras eingehen und Ihnen auch meine persönliche Meinung nicht vorenthalten.

Entfernungsmessgeräte

In Österreich ist es jedem Club freigestellt, diese Entfernungsmesser bei Turnieren zu erlauben. „Die Benutzung von Entfernungsmessgeräten kann von der Wettspielleitung in einer Sonderplatzregel gestattet werden. Dazu muss tatsächlich ein Text in die Sonderplatzregel eines Turnieres aufgenommen werden, ein allgemeiner Hinweis wie zum Beispiel ein Aushang im Klubhaus oder in einer Ausschreibung alleine genügt nicht. Die Geräte dürfen ausschließlich die Entfernung messen und keine anderen Funktionen besitzen. Im Fall von reinem Entfernungsmessgeräten bedeutet das, dass die Geräte z.B. keine Steigung oder Gefälle anzeigen dürfen.
Im Fall von Smartphones, die GPS Empfänger eingebaut haben und mit einer entsprechenden Anwendung ausgerüstet sind, bedeutet dies, dass so gut wie alle Smartphones nicht benutzt werden dürfen, denn die im Normalfall installierten Kartenanwendungen („Maps“) verfügen über eine Kompassfunktion und diese Verwendung von Kompassen ist aber in einer Entscheidung zu den Golfregeln (Dec: 14-3/4) ausdrücklich verboten.“ (Quelle: http://www.golf.at/_img/pdf/Info_Elektronische_Ger%C3%A4te.pdf)

Kurz: es sind praktisch nur Uhren und manuelle Entfernungsmessgeräte (die kein Gefälle messen) erlaubt! Gegner und Traditionalisten argumentieren, dass die Einschätzung der Entfernung Teil des Spiels sei (eine Meinung, die ich generell auch verstehe). Jedoch möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass es auf den meisten Kursen auch Birdiebücher, Entfernungspflöcke, markierte Sprinklerköpfe und „Pin Sheets“ gibt. Somit ist das genaue Schätzen der Distanz auf diesen Plätzen sowieso ein Anachronismus!

Ich besitze zwar (noch) keinen Entfernungsmesser, finde aber, dass sie bei „Hobbyturnieren“ erlaubt sein sollten. Hier sind meine Argumente:

• Profispieler kennen dank genauester „Yardage Guides“ (Birdie-Bücher) und Proficaddies jede Distanz ganz genau. Warum sollte ich sie nicht kennen?
• Die genaue Entfernung hilft einem Spieler nur zu einem gewissen Grad. Faktoren wie Wind, Lage des Balles, Seehöhe, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Höhenunterschiede beeinflussen den Schlag noch zusätzlich.
• Meiner Meinung nach beschleunigt es das Spiel. Man muss nur einmal kurz messen und kennt die Distanz.
• Auf einem Kurs, der auf jedem Sprinklerkopf die Entfernung stehen hat (was zum Beispiel fast alle besseren Clubs der USA haben) und eventuell sogar noch einen tagesaktuellen „Pin Sheet“ (wo steht, wo auf jedem Grün die Fahne steckt), kann ich durch Abzählen der Schritte vom Sprinkler zu meinem Ball die genaue Entfernung berechnen. Es ist schneller und einfacher, gleich zu messen.
• Letztlich kommt es nur auf eines an (auch wenn man die genaue Distanz kennt): man muss einen guten Schlag spielen!

Lange Putter

„Lange Putter“ (Broomstick, Belly-Putter, etc.) erfreuen sich vor allem auf den Profitouren großer Beliebtheit, 2011 spielten 19 der 30 Teilnehmer der „Tour Championship“ mit solch einem Putter. Spätestens damals wurden die Rufe immer lauter, dass diese Putter verboten werden sollten. Die nächste Regeländerung der R&A steht 2016 bevor. Gerüchten zufolge könnten die langen Putter dann bereits verboten werden. Ich halte dies für ein sehr sensibles Thema – auch, weil viele (ältere Profi-)Spieler aufgrund von Rückenproblemen nur mehr mit einem langen Putter spielen können. Zudem helfen sie Spielern, die an den Yips leiden und ohne langen Putter vielleicht überhaupt mit dem Golf spielen aufhören würden.

Ich schließe mich jedoch der Meinung an (die unter anderem auch Tiger Woods vertritt), dass der Putter nicht „verankert“ werden soll (wie z.B. bei den Belly-Putter im Bauch oder indem der Schaft am Arm anliegt, wie bei Matt Kuchar). Sobald der Schläger „verankert“ wird, kann man per definitionem von keinem Schwung mehr sprechen, was in meinen Augen (zumindest für Profis) verboten werden sollte. Gegen Broomstick Putter habe ich nichts einzuwenden – ich bin auch nicht überzeugt, dass man mit solch einem Gerät besser puttet. Überlange Putter sollten meiner Ansicht nach nicht zum Droppen herangezogen werden dürfen, weil dies zu einem unfairen Vorteil führen kann.

Mein Fazit: Amateure sollen mit den langen Puttern spielen dürfen. „Unfair“ können sie nicht sein – es steht ja jedem Spieler frei, einen zu verwenden. Golf ist schwer genug – ich glaube nicht, dass durch ein Verbot dieser Putter irgendjemandem gedient wäre. Auf den Profitouren möchte ich jedoch niemanden sehen, der seinen Putter irgendwie „verankert“. Genauso wenig möchte ich sehen, wie ein überlanger Putter zum Droppen herangezogen wird!

Hit them long and straight!