Gerd Eiper

Gerd Eiper … vom Bankschalter aufs Green

Gerd Eiper (49), ein waschechter Kärntner, ist ziemlich neu im Geschäft. Erst 2015 übernahm er als Clubmanager die Agenden des Kärntner Golf Clubs Dellach, der mit 92 Jahren zu den drei ältesten Clubs in Österreich gehört. Eipers beruflicher Einstieg in das Golfclub-Management war somit denn auch nicht gerade typisch: Insgesamt 24 Jahre verbrachte er in Bankhäusern, zuletzt leitete er eins in Klagenfurt. Im Gespräch mit ExtraGolf-Redakteurin Barbara Behrendt bemerkt er dazu süffisant: „Manchmal dauert es etwas länger, bis man seinen Traumjob gefunden hat!“

Ist es nun Ihr Traumjob?
Ja, unbedingt. Nachdem auch mich 1989 der Golfvirus gepackt hatte (heute hat er Hcp 5, Anm. der Red.), lag ein Job in diesem Metier noch in weiter Ferne. Als es dann aber an der Zeit war, noch einmal über eine berufliche Veränderung nachzudenken, habe ich mich kurzerhand zu einer Ausbildung als Golfbetriebsmanager in Düsseldorf entschlossen. Und als ich dann noch den frei gewordenen Manager-Posten in Dellach übernehmen konnte, war das Glück perfekt. Ich denke mein Banker-Vorleben war keine so schlechte Voraussetzung …

Was fasziniert Sie so an dem, was Sie heute tun?
Der Kärntner Golf Club Dellach, dessen 18 Loch-Anlage, Par 71, nicht nur mit dem Wechselspiel von herrlichen Ausblicken auf den Wörthersee und den einsamen, ruhigen Spielbahnen inmitten der Dellacher Wälder begeistert, ist auch in seinen Strukturen ein Club mit Herz und äußerst „menschlich“. Ich bin als Clubmanager von Menschen umgeben. Und mit ihnen sollte man gut umgehen. Für so ein Unternehmen zu arbeiten, ist nicht nur eine Ehre, sondern macht auch sehr viel Freude.

Und wie sieht unter diesen Prämissen Ihr Tagesgeschäft aus?
Jeder Arbeitstag ist anders und extrem abwechslungsreich. Für 650 Mitglieder und mit zwei Sekretärinnen, zwei Caddy-Mastern und acht Greenkeepern bin ich zunächst einmal „Mädchen für alles“. Spaß beiseite. Um einen Golfclub erfolgreich zu managen, gehören natürlich Controlling-Funktionen zu den Hauptaufgaben. Dazu zählt das Führen der Mitarbeiter, aber auch Themen wie Networking, Vertrieb und Marketing stehen auf der Agenda. Früher kamen die Golfer von selbst, Club und Clubleben wurden verwaltet. Heute muss ich aktiv im Marketing und Vertrieb tätig sein, um die Golfer für unsere Golfanlage zu gewinnen. Und ich muss die Golfer vor Ort mit hoher Qualität und bestem Service sowie einem attraktiven Eventmanagement binden.

Muss ein Clubmanager auch ein guter Golfer sein?
Fakt ist: Der Clubmanager muss Ahnung von dem Sport haben und den sportlichen Anspruch verstehen. Ich selbst komme leider wenig zum Spielen, umso mehr freue ich mich, wenn ich Golfergruppen aus dem In- und Ausland, wie kürzlich die über 40 Damen der Österreichischen Golf Seniorinnen Gesellschaft als Starter auf die Runde schicken darf.

Die Jahresbeiträge des KGC Dellach sind für das, was Sie bieten, sehr moderat?
Ja, im Vergleich zu anderen Clubs unseres Standards ist das richtig. Die einmalige Aufnahmegebühr für eine Einzelmitgliedschaft beträgt 1.000 Euro, die Jahresspielgebühr 1.250 Euro. Das gleiche gilt für Paare und Senioren. Dafür bekommen sie nicht nur die Spielberechtigung. Ihnen stehen eine Golfschule mit einem Head-Pro zu Verfügung und ein Restaurant mit einer Küche, die ihresgleichen in der Region sucht.

Was bieten Sie dazu noch?
Unsere Gastfreundschaft beginnt bereits an der Schranke zum Parkplatz, die sich automatisch öffnet, wenn ein Gast kommt. Mit Sicherheit einzigartig ist auch, dass wir unsere Greenfee-Spieler am Anleger abholen, wenn sie mit dem Schiff anreisen. Außerdem stellen unsere Caddy-Master den Mitgliedern vor ihrem Start immer ihr eigenes Golfbag und den Trolley bereit.

Das zu Ihren außergewöhnlichen Service-Leistungen. Was halten Sie von Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang?
Wir tun etwas. Jedenfalls haben unsere Mitglieder schon ihre eigene, „nachhaltige“ Getränkeflasche. Außerdem sind wir dabei, den Mengen an Papier und anderem Müll entgegenzuwirken.

Was hat Ihnen in letzter Zeit Freude bereitet?
Das Glänzen in den Augen von Großvater und Großmutter bei unserem „Großeltern-Enkel-Turnier“. So kann man auch Mitglieder werben und den Nachwuchs motivieren, und wenn es dann noch Gastspieler gibt, die ihren Freunden und Familien über unseren schönen Kärntner Golfclub Dellach erzählen, dann kommt bei mir richtig Freude auf.

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